Vornamen verraten die Klassenzugehörigkeit

Januar 6, 2010

Eine Studie von der Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kaiser belegt, dass schon die Wahl eines falschen Vornamens das ganze Leben eines Kindes ruinieren kann. Denn Grundschullehrer bewerten Kevin, Justin, Chantal oder Angelina schlechter als Marie, Sarah, Lukas oder Jakob. Die Pädagogen verbinden mit den „Star“- Namen eine Herkunft aus der schwierigen Unterschicht.

Klassenzugehörigkeit verrät sich auch bei uns nicht nur durch Einkommen und Wohnort. Auch die Namen enthüllen noch viel mehr als nur Armut und Reichtum der Eltern. Wer auf einem Zeitungsfoto aus Afghanistan drei Bundeswehrsoldaten mit den Vornamen Mario, Silvio und Henry erblickt, weiß sofort, dass diese aus den neuen Bundesländern stammen. Wenn in den Polizeimeldungen von einem Schrecken verbreitenden Schlägerduo namens Artur und Eugen die Rede ist, dann Handelt es sich sehr wahrscheinlich um russlanddeutsche Spätaussiedlerkinder.

Namen haben gar keine Bedeutung, die sich definieren ließe wie etwa die des Wortes „Tisch“:  “ein Möbelstück mit einer Ablagefläche…“. So eine handfeste Bedeutung nennt man „denotativ“.

Ein Kevin aber lässt sich nicht definieren. Doch gerade weil den Namen eine denotative Bedeutung fehlt, können sie sich umso mehr aufladen mit jenen Bedeutungen, die der Linguist „konnotativ“ nennt. Gemeint ist damit alles, was jenseits der Definition sonst noch so mitschwingt, wenn wir ein Wort gebrauchen. Gefühlsmäßige Einstellungen etwa. (z.B.: Ross, Pferd, Mähre; hat alles die selbe Bedeutung, aber letzteres ist verächtlich gemeint, während ersteres das Tier erhebt)

Bei den Namen kann manchmal ein einziger Buchstabe deren Konnotation entscheiden: Einer Jaqueline ohne c wird man immer eine Herkunft aus bildungsfernen Schichten unterstellen.

Also Mädels, aufpassen bei der Namensgebung unserer zukünftigen Kinder ;)

L.

Bologna Prozess

Oktober 29, 2009

Ein erstes allgemeines völkerrechtliches Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Studienabschlüssen erarbeitete der Europarat zusammen mit der UNESCO am 11. April 1997 im Lissabon-Abkommen. Diese legte die prinzipielle Anerkennung aller Studienabschlüsse der Unterzeichnerstaaten untereinander fest. Im Gegenzug sollte jedes Land zusätzliche Bedingungen zur Fortsetzung eines bereits im Ausland begonnenen Studiums in seinen Grenzen definieren dürfen, wobei die Transparenz des Verfahrens gegeben sein sollte. Ferner enthielt die Übereinkunft Regelungen zur Beilegung eines Diploma Supplement (sinngemäß: „Leistungsnachweis“) zu jeder Hochschulurkunde.[1]

Die Initiative zur Vereinheitlichung des bestehenden europäischen Hochschulbetriebs geht auf eine gemeinsame Erklärung der Bildungsminister der damals vier größten Mitgliedsländer der Europäischen Union im Jahr 1998 zurück, namentlich Frankreichs, Deutschlands, Italiens und des Vereinigten Königreichs. Aufgrund ihres Unterzeichnungsortes wurde diese „Gemeinsame Erklärung zur Harmonisierung der Architektur der europäischen Hochschulbildung“ vom 25. Mai 1998 als Sorbonne-Erklärung bekannt. Darüber hinaus forderte die Erklärung, im Ausland erbrachte Leistungen in einem solchen Hochschulraum unbürokratisch anerkennen zu lassen, die studentische Mobilität zu fördern und ein Kreditpunktesystem zu erlassen.[2]

Die „Bologna-Erklärung“ stellt im Wesentlichen eine Konkretisierung und Erweiterung der in der Sorbonne-Erklärung festgehaltenen Absichten dar. Durch den Beschluss regelmäßiger Folgekonferenzen im Abstand von zwei Jahren und einer nahe liegenden Umsetzungsfrist mit dem Jahr 2010 sollte das Projekt beschleunigt werden. Die Bildungsminister von 29 europäischen Nationen beschlossen darüber hinaus die Einführung eines konsekutiven, zweistufigen Abschlusssystems, dessen Abschlüsse meist als „Bachelor“ und „Master“ bezeichnet werden. Die Konferenz kam ferner über Mechanismen zur nachhaltigen Qualitätssicherung überein.[3]

Ziele [Bearbeiten]

Der Bologna-Prozess verfolgt drei Hauptziele: Die Förderung von Mobilität, von internationaler Wettbewerbsfähigkeit und von Beschäftigungsfähigkeit. Als Unterziele umfasst dies unter anderem:

  • die Schaffung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse, auch durch die Einführung des Diplomzusatzes,
  • die Schaffung eines zweistufigen Systems von Studienabschlüssen (konsekutive Studiengänge, undergraduate/graduate, in Deutschland und Österreich als Bakkalaureus/Bachelor und Magister/Master umgesetzt),
  • die Einführung eines Leistungspunktesystems, des European Credit Transfer System (ECTS),
  • die Förderung der Mobilität durch Beseitigung von Mobilitätshemmnissen; gemeint ist nicht nur räumliche Mobilität, sondern auch kulturelle Kompetenzen und Mobilität zwischen Hochschulen und Bildungsgängen,
  • Förderung der europäischen Zusammenarbeit bei der Qualitätsentwicklung,
  • die Förderung der europäischen Dimension in der Hochschulausbildung,
  • das lebenslange bzw. lebensbegleitende Lernen,
  • die studentische Beteiligung (Mitwirken an allen Entscheidungen und Initiativen auf allen Ebenen),
  • die Förderung der Attraktivität des europäischen Hochschulraumes,
  • die Verzahnung des europäischen Hochschulraumes mit dem europäischen Forschungsraum, insbesondere durch die Eingliederung der Promotionsphase in den Bologna-Prozess.

Ein weiteres Ziel ist die Integration der sozialen Dimension, sie wird als übergreifende Maßnahme verstanden und bildet somit keinen eigenen Schwerpunkt.

Organisation:

Beim Bologna-Prozess handelt es sich um eine rechtlich unverbindliche Absprache zwischen den Bildungsministern von inzwischen 46 europäischen Staaten. Auf den alle zwei Jahre stattfindenden Ministertreffen (2001 in Prag, 2003 in Berlin, 2005 in Bergen, 2007 in London, 2009 in Löwen) legen sie offiziell fest, welche Ziele im Bologna-Prozess erreicht werden sollen (zum Beispiel höhere Mobilität, Einführung von BA/MA oder die Einrichtung von Qualitätssicherungssystemen). Gleichzeitig sind die Minister für die Umsetzung der verschiedenen Konzepte auf Länderebene verantwortlich. Unterstützt werden sie dabei von einer Arbeitsgruppe auf europäischer Ebene, der Bologna Follow-Up Group (BFUG), und nationalen Komitees, den nationalen Bologna-Gruppen.

In der BFUG arbeiten Vertreter der verschiedenen Bologna-Staaten und der Europäischen Union an konkreten Plänen für die Umsetzung der Bologna-Ziele, wobei sie von europaweiten Vereinigungen der Hochschulen (EUA und EURASHE), der Studierenden (ESU), der Wirtschaft (BusinessEurope) und des Europarats beraten werden. Weitere Organisationen wie CESAER oder SEFI wirken inoffiziell am Bologna-Prozess mit, indem sie Empfehlungen für einzelne Bereiche ausarbeiten. Die BFUG trifft sich mehrmals im Jahr, um offene Fragen zu den Reformen zu klären und über Fortschritte zu berichten.

Die nationale Bologna-Gruppe besteht in Deutschland aus Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Kultusministerkonferenz (KMK), des freien zusammenschlusses von studentinnenschaften (fzs), der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), des Akkreditierungsrates und des deutschen Studentenwerks (DSW). Gemeinsam erarbeitet sie Lösungen zur Umsetzung der Bologna-Ziele auf Bundesebene, berichtet an die BFUG und führt Seminare zu den verschiedenen Inhalten des Bologna-Prozesses durch.

Kritik [Bearbeiten]

Sowohl große Studentenorganisationen und Verbände wie auch Verantwortliche der Hochschulen üben teilweise heftige Kritik am Bologna-Prozess.[5] Diese reicht von der Kritik an einzelnen Umsetzungsproblemen bis zur gänzlichen Ablehnung des Prozesses.

Rund drei Jahre nach Einführung des Bachelor/Master-Systems häufen sich Anzeichen von Überforderung und Stress bei Bachelorstudenten. Auch die Gefahr sozialer Selektion durch den erhöhten Druck auf Werkstudenten wird von verschiedenen Beratungsstellen und Universitätspsychologen kritisiert.[6]

Von zahlreichen Beteiligten wie den Studentenorganisationen werden in der Regel nicht die Ziele des Bologna-Prozesses (zum Beispiel Mobilität, Strukturierung des Studiums, Berufsqualifizierung), sondern die Art der Umsetzung durch die Hochschulen und die Nationale Bologna Follow-Up Group kritisiert.[7] Insbesondere detaillierte Umstrukturierungsmaßnahmen der Universitäten werden oftmals als durch den Bologna-Prozess vorgegeben begründet, obwohl dieser nur grobe Rahmenvorgaben macht.

So wird an manchen Universitäten der Lehrstoff eines 4-jährigen Magister-Abschlusses in einen 3-jährigen Bachelor komprimiert, was zu Arbeitsüberlastung und Frust führt.[8] Dem wird entgegengehalten, dass gerade die Modularisierung und das Creditpoints-System erstmals auch die Vor- und Nachbereitungszeit berücksichtigen, anstatt nur die Präsenzzeit vor Ort in Semesterwochenstunden. Wenn Dozenten den von der Hochschule zu erarbeitenden Zeitumfang nicht einhalten, könne das nicht als Kritik am Bologna-Prozess gewertet werden.

Auch im Bereich der Theologie wird der Bologna-Prozess stark kritisiert: Insbesondere die Modularisierung des Studiums wird von vielen Studierenden abgelehnt.[9] Der Theologe Marius Reiser hat inzwischen aus Protest gegen den Bologna-Prozess seine Professur an der Universität Mainz niedergelegt.[10]

Außerdem wird unter anderem vorgebracht, dass

  • der Prozess demokratisch ungenügend legitimiert sei, da an seiner Ausarbeitung und Durchführung hauptsächlich exekutive Organe der einzelnen Nationalstaaten beteiligt sind, während die legislativen Organe nicht oder erst nach vollendeten Tatsachen dazu beraten konnten.
  • der auf drei Jahre verkürzte Bachelor-Studiengang zu einem geringeren Qualifikationsniveau und zu einem weniger praktischen und berufsqualifizierenden Abschluss führe (zum Beispiel durch den Wegfall von Praxissemestern und Auslandsaufenthalten[11]).
  • den Studierenden durch die gestraffte Ausbildungsform und die zumeist vorgegebenen Lehrinhalte die Möglichkeit genommen werde, eigene Interessenschwerpunkte herauszuarbeiten und sich wissenschaftlich experimentell einzubringen. [12]
  • innerhalb des Prozesses das Studium zu stark auf rein wirtschaftliche und berufsbezogene Kriterien reduziert werde. Statt einer umfassenden Bildung in der Tradition des Humboldtschen Bildungsideals stünden ausschließlich die Arbeitsmarktqualifikation und die ökonomischen Interessen des Marktes im Vordergrund.[13]
  • insbesondere auch in den deutschsprachigen Ländern mit ihrer traditionell starken Berufsbildung der Bologna-Prozess die Universitäten in Konkurrenz zum berufsgerichteten Teil des dualen Bildungssystems bringe, was letztlich für beide Teile negative Auswirkungen habe.
  • die zur erfolgreichen Umsetzungen notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen nicht zur Verfügung gestellt würden und dadurch Bologna, statt die Hochschulen zu entlasten, vielmehr auf Kosten anderer, notwendigerer Reformen ausgeführt werde.
  • die Versprechungen der Deklaration (insbesondere von Mobilität) nur für einen sehr kleinen Teil der Studierenden eingelöst würden. [14]
  • die sozialen Auswirkungen der Reformen, insbesondere auf die Chancengleichheit der verschiedenen sozialen Gruppen und die Gleichstellung von Frau und Mann, zu wenig berücksichtigt würden und der Prozess die Situation verschlechtere.
  • aufgrund der weggefallenen (FH) Kennzeichnung der Bachelor und Master Abschlüsse einer Fachhochschule wird eine inhaltliche Gleichstellung mit den Universitätsabschlüssen Bachelor und Master suggeriert, welche nicht vorhanden ist

Vokabel des Tages

Oktober 20, 2009

queer – strange or difficult to explain
glaze – a liquid that is put onto fruit or cake to give it an attractive shiny surface

Stalin – eine Übersicht

Oktober 13, 2009

Iossif  Wissarionowitsch Dschugaschwili, später unter mehreren Codename wie „Koba“, „Petrow“,“Iwanow“  und natürlich auch „Stalin“ wurde 1878 in der Stadt Gori, 68 km von Tiflis (Georgien) entfernt geboren. Zu dieser Zeit untersteht dieses Land dem Zarenreich. Er war der einzige  von drei Söhnen die das erste Jahr überlebt haben und wurde deswegen von seiner Mutter Jakaterina vergöttert. Sein Vater war Besso Dschugaschwili, ein Schuster und ein brutaler Säufer.  Im Jahr 1988 ziehen sie nach Tiflis, weil der Vater auf Arbeitssuche ist und 1894 wird zur großen Freude seiner Mutter Iossif am Priesterseminar in Tiflis aufgenommen. ( Angemerkt dass Iossif sehr fleißig war aber damals schon auf Strassenprügelein heftigst mitegemischt hat).  Am Priesterseminar wird zeitgenössische Literatur verboten und ebenso weltliche Schriften in georgianischer Sprache. Es bilden sich heimliche Lesezirkel, im Laufe derer der damals als „Koba“ ( basierend auf einem Rebell in einem georgianischen Roman) bekannte Iossif auf Karl Marx stösst.  Seine Theorien geben seinem rebellischen Wesen nun einen geschichtlichen Sinn. „Koba“ erwartet alles von der proletarischen Revolution.

Russland war damals über zwei Kontinente erstreckt, mit mehr als 125 Millionen Einwohner. 80 Prozent davon waren verarmte Bauern, die sich Leid sahen. Auch war die Mittelklasse dem Zaren nicht mehr so gut gesinnt, weil er sie unmündig hielt und auch die Presse wurde zensiert. Es war sehr problematisch, weil bis zu 130 Idiome ( ist die Sprechweise eines bestimmten Personenkreises) in Russland verzeichnet sind, die sich langsam im Untergrund zu formieren begannen. Der Zar  Nikolaus 2 war als unfähig bekannt, traditionell und hat politische Gegner zu hundertausenden nach Sibirien verbannt. 1898 gründeten die Marx Anhänger dann die SDAPR Partei (Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands).

„Koba“  ist 1898 der SDAPR beigetreten und 1899 aus dem Priesterseminar ausgeschieden. Er wird aktiv und verkündet die Ideen Marx und stachelt zur Revolution an. Seiner Vorstellung nach sollte die Revolution von einer Elite eingeschworener Intelligenzler ausgehen, weil er gewöhnliche Arbeiter für unzuverlässig hält. Schon damals war er für seine fast unerträgliche Arroganz bekannt. Unter ständiger Bedrohung der Geheimpolizei wird er 1901 in das sogenannte Tifliser Komitee der SDAPR gewählt. Diese schicken ihn vorerst nach Batumi am Schwarzen Meer, von wo aus er seinen ersten Umsturz proben sollte.  Es kommt zum „Massaker von Batumi“, ein Aufstand von Arbeitern gegen Entlassungen und zu wenig Lohn. Hier befielt „Koba“ das erste mal einen Auftragsmord an einem Spitzel. 1902 wird „Koba“ dann festgenommen und verbringt die nächsten 1,5 Jahre in Haft. Danach wird er nach Sibirien verbannt.

1903 kommt es zu zwei wichtigen Konferenzen in Brüssel und in London wo sich zwei Fraktionen gegenüber stehen. Die einen interpretieren Marx so , dass der Kapitalismus erst voll aufblühen und eine bürgerliche Revolution stattfinden müsse, bevor die Arbeiter den proletarischen Umsturz wagen sollten. Bis dahin müsse man mit Gewerkschaften und Bildungsarbeit den Schritt zum Sozialismus vorbereiten. Die andere Fraktion, unter der Leitung von Wladimir Iljitsch Uljanow, auch als Lenin bekannt, fordert die sofortige Revolution. In London erhält seine Partei die Mehrheit  und nennt sich fortan bolschewiki (Mehrheitler) und im Gegensatz dazu gibt es die menschewiki ( Minderheitler).

Uljanow ist auch „Koba“ bekannt und wird von ihm verehrt. Im Jänner 1904 gelingt „Koba“ seine Flucht und innerhalb von zwei Wochen ist er in Tiflis. 1904 tritt das Zarenreich einen verlustreichen Krieg gegen Japan an und die Untergrundparteien haben Zulauf wie noch nie. Im ganzen Reich brechen Unruhen und Streiks aus und „Koba“  ruft zur Revolte gegen das Zarenreich und auch gegen die menschewiki, die unter den Georgiern weit mehr Zulauf hat, auf. „Koba“ errichtet zu dieser Zeit im westgeorgischen Tschiatura , einer Minenstadt, die einen Großteil des weltweit produzierten Mangans liefern, eine bolschwistische Festung. Am Ende dieses Jahres, nachdem Russland gegen Japan verloren hat, gibt der Zar nach und errichtet ein Parlament, erlaubt Gewerkschaften und Parteien. Die Bürgerlichen sind zufrieden, „Koba“ sieht darin eine Falle.

1905 trifft „Koba“ das erste Mal auf den im schweizer Exil lebenden Lenin und ist zu Beginn von seinem Auftreten enttäuscht, doch seine Skepsis legt sich wieder und er verschreibt sich Lenin. In Russland wird die Revolution von 1905 blutig vom Regime liquidiert und „Koba“ zieht sich in den Untergrund.  „Koba“ organisiert eine gewissenlose Bande die Raubüberfälle begeht, um Geld zu beschaffen und Verräter tötet – wahrscheinlich sogar im Auftrag Lenins.

(1906 beginnt er eine Affaire mit Jekaterina Swanidse, scheint Aufrecht verliebt zu sein, sie stirbt aber 1907 am Fleckenfieber und „Koba“ soll bei der Beerdigung gemeint haben, dass jetzt das letzte warme Gefühl für die Menschen in ihm gestorben sei. Sie haben ein Kind)

1907 bricht „Koba“, nach einem riesen Coup auf den Geldtransport des Zaren, nach Baku auf  und wird dort zu einem bolschwistischen Paten. Er hat riesen Zulauf unter den Arbeitern (meist Analphabeten) und macht schmutzige Arbeit für die Revolution (Mord, Raubmord, Schutzgelderpressung, Kindesentführung). Er ist der wichigste Geldbeschaffer der Bolschwiki.

1908 wird er festgenommen und bis 1917 verbringt er nur mehr eineinhalb Jahre in Freiheit. Er steigt dennoch ins Gremium der Partei auf und nennt sich von nun an „Stalin“, abgeleitet von dem russischen Wort für Stahl und wohl auch ähnlich dem Namen Lenin.

1913 wird er zu vier Jahren Verbannung nach Sibirien verurteilt und bekommt bei minus 60 Grad eines der härtesten Überlebnstrainings. Er ist wochenlang alleine im Wald, ohne eine Menschenseele und permanent von Wölfen umzingelt.

1916 wird der aufgrund großer Niederlagen des Regimes eingezogen und für untauglich erklärt, aufgrund seines steifen Armes ( Verletzung aus Jugendtagen).

1917  tankt Nikolaus 2 ab und als Stalin in Petrograd ( vor Kriegsbeginn als Sankt Petersburg bekannt) eintrifft, ist die Revolution im vollen Gange. Regiments des Zaren weigern sich ( noch bevor der Zar abgetankt hat) auf die eigenen Landsleute zu schiessenn und nach dem Abtritt des Zaren bekämpfen sich regimetreue mit meuternden Offzieren und es kommt zum Chaos. Gefängnisse werden geöffnet und alles was mit dem Zarenregime in Verbindung gebracht wird, wird zerstört oder getötet. Russland war nach 400 Jahren Zarenregime , innerhalb von acht Tagen eine Repuplik.  Auch bekannt als die Oktoberrevolution.

Es wird eine professorische Regierung unter Ministerpräsident Lwow errichtet ( aber nur unter Zustimmung des Rates der von menschewiki und bolschewiki gegründet wurde ( menschewiki hatten mehr zulauf)) und es kam erstmals zu Versammlungs-, Rede- und Pressefreiheit und es wurde eine Amnestie für im Exil lebende gewährt.

Währendessen ist Lenin, nach fast 17 Jahren Exil in Petrograd und versucht die bolschewistische Führung davon zu überzeugen dass ein sofortiger bewaffneter Aufstand nötig wäre!! Stalin ( damals Chef der Parteizeitung „Arbeiterweg“), Trotzki ( während Lenins Abwesenheit de facto Kopf der bolschewistischen Partei) und Lew Kamenew ( für gemässigte Politik) bilden diese Führung. Er kann sie davon überzeugen. Die damaligen Entwicklungen im Land haben ihm auch dabei geholfen, da unzureichend ausgerüstete Soldaten zu hundertausenden die Front  bei Galizien verließen, die Versorgung der Bevölkerung zusammenbrach und die Preise in die Höhe schnellten.

Kurzfristig wurde Lwow durch A.F.Krenskij ersetzt aber das half nicht viel.

Die Bolschwike vervierfachten ihre Mitgliederanzahl und bekamen die Mehrheit im Arbeiter- und Soldatenrat. Vorsitzender wurde Leo Trotzki.  Als das Gerücht aufkam, dass die Regierung und A.F. Kerenskij den Deutschen die Stadt überlassen will, erklärten die Soldatenräte sie würden nur mehr dem Militärischen Revolutionskomitee des Petrograder Sowjets,unter Trotzki, folgen. Kerenskij glaubt noch gewinnen zu können und versucht gegen die Bolschewiki vorzugehen, die erorbern aber Stück für Stück die Stadt ( meist ohne kämpfen zu müssen) und sind zahlentechnisch überlegen. Die Regierung sitzt im Winterpalast fest und wird später noch eingenommen.

Nun beginnt die Sitzung des Allrussischen Rätekongresses und obwohl die Bolschewiki nur 300 von 670 Delegierten stellt, übernehmen sie die Macht, da die Menschewiki (Gemässigten) eine Waffenpause im Straßenkampf fordern und den Staatsstreich der Bolschewiki als „kriminelle Unternehmung“ betiteln und im Zuge dessen, den Saal unter Buh-Rufen verlassen ( sie wollen keine Verantwortung dafür übernehmen).

In der neuen bolschwistischen Regierung wird Lenin Vorsitzender, Trotzki verantwortlich für die Aussenpolitik und Stalin ( der beim Staatstreich noch keine Rolle spielte) wird Kommissar für Nationalitätenfragen. Sie enteeignen  den Adel, die Kirche und die Krone und übergeben die Länder den armen Bauern. Banken werden verstaatlicht und Räte übernehmen die Macht in den Betrieben.  Nur einen Monat nach der Übernahme ( das war am 26. Oktober 1917) wird am 4. November aus der Räteherrschaft eine Einparteiendiktatur und ein Polizeistaat. Es wird die Tscheka gegründet, eine Kommission die gegen Spekulation, Konterrevolution und Spionage vorgehen soll.

Kaum einer traut sich gegen die Bolschewiki vorzugehen und am 12. November kommt es zu den ersten Wahlen, wo die Bolschwiki nur 24 Prozent der 44 Millionen Wählerstimmen bekommen. Die Bolschewiki erklären die Wahlen für gefälscht und lassen Oppositionelle und Politiker sozialistischer Gruppen verhaften. Sie entlassen sogar Kriminelle, damit in den überfüllten Gefängnissen Platz für politische Gegner geschaffen wird.

Am  5. Jannuar 1918  erklärt der Rat der Volkskomissare das Recht auf Versammlungen für nichtig und Proteste werden blutig niedergeschlagen. Es kommt zu einer Versammlung des ersten demokratischen Parlaments Russlands, wo das Verhalten der Rotgardisten ( Armee Lenins) immer drohender wird und als die  Verhandlung am nächsten Tag fortgeführt werden sollte, sind die Türen des Palast geschlossen und von Rotgardisten bewacht.

Lenin verlegt den Sitz des Rat der Volkskomissare nach Moskau und obwohl das Zentralkomitee 1921 20 Mitglieder hat, wird es von einem Viererbund regiert. Lenin, Trotzki der die Armee grösser und stärker macht als je zuvor ( doch bevor er das tut muss Russland weil die Armee geschwächt ist, viele Teile hergeben; Finnland, Polen, Kurland, Estland, Ukraine). Russland verliert fast ein Drittel seiner Bevölkerung ( 55 Millionen) und viel Land und Industrie. Daraufhin tritt Trotzki zurück ( er kommt später wieder ) und viele verlassen Lenins Regierung.

1918 hat sich die weisse Armee gebildet, bestehend aus Konterrevolutionären und enteeigneten Gutsbauern etc.  Sie sind konservative Vertreter des zaristischen Russlands und vereint ausschließlich durch die Wut auf die Revolution. Sie werden von den Deutschen unterstützt, die dafür mit Weizen versorgt werden. Auch die Amerikaner und Briten die in Russland gelandet sind unterstützen die weisse Armee.

Die bolschwistische Regierung ist unter grösster Gefahr und reagiert indem sie das Land zu einem Militärlager macht und gründen einen Kriegsrat, angeführt von Trotzki, der eine diktatorische Vollmacht erhält. Stalin, der auch Teil des Viererbundes ist, aber ausserhalb der Partei eher unbekannt geblieben ist wird zum Sonderkomissar für Lebensmittelversorgung. Er ist einer von Lenins engsten Vertrauten und gilt als sehr schwierig. Es gilt jetzt der „Kriegskommunismus“, wo alles an Nahrung und Besitz dem Staat gehört. 

Die politsche Lage spitzt sich zu und im Zuge eines Angriffs auf die Rote Armee wird der Zar umgebracht, da sie Angst hatten dass er befreit wird und zur Integrationsfigur des antibolschewistischen Widerstands werden könnte. Ein angeblich sinnloser Mord.

Stalin wird nach Zarizyn entsandt und obwohl er zu Beginn keine Militärischen Befugnisse hat, handelt er eigenmächtig. Er beginnt einen drakonsichen Feldzug nach Innen und als er im Laufe der Zeit doch das Kommando der Truppen von Lenin bekommt, geht er gegen die weisse Armee vor mit äusserster Brutalität ( zersägt zum beispiel Feinden Arme und Beine und lässt sie dann langsam in Behälter mit siedendem Wasser gleiten). Lenin ist nun verstimmt über Stalin da die Rote Armee zahlentechnisch mehr Verluste hat wie die weisse Armee ( Stalin sieht das nur als notweniges Übel) und zieht ihn nach nur vier Monaten wieder ab. Als Wiedergutmachung für diese Demütigung Stalins bekommt er neue Ämter und wird immer mächtiger. Es wird nicht mehr die Diktatur des Proletariats angestrebt sondern die Diktatur der Parteileitung – diese Entwicklung fördert Stalin.

1919  hat Trotzki das Heer neu organisiert und es ist stärker als je zuvor. Die Bauern beginnen nun gegen die Zwangsrekrutierung der Roten wie auch der Weissen Armee zu protestieren und es kommt zu blutigen Aufständen. Die weisse Armee ( antisemitisch) ist brutaler als die Rote Armee und ist bereit alles und jeden für ein neues Russland zu opfern, werden aber bald innerparteilich durch Uneinigkeit geschwächt und ca 1919 zurückgedrängt.

ok jetzt wäre es zu kompliziert: Stalin steigt trotzdem er zum Teil Befehle verweigert an Lenins Seite auf und hat bald alles unter seiner Kontrolle. Am 25. Mai 1922 erleidet Lenin einen Schlaganfall und Stalin ist der mächtigste Mann im Staat.

Trotzki und Stalin buhlen um die Gunst Lenins. Trotzki ist bekannt als Poseur, sehr belesen und immer sehr nervös. Das genaue Gegenteil von Stalin. Er ist der bolschewistischen Partei erst 1917 beigetreten und hat in der Oktoberrevolution ( Entmachtung des Zaren) eine wichtige Rolle gespielt. Er bezeichnet Stalin als vollkommen primitiv. Er wird zum mächtigen Gegner für Stalin, da er die Armee anführt und Lenin an Radikalität übertrifft. Trotzki sammelt sich Feinde, da Proletarier zb gegen sein drakonisches Regime protestieren und Stalin sammelt sich Freunde.

1922 erleidet Lenin eine zweiten Schlaganfall. Währendessen ist Stalin schon zum Generalsekretär gewählt worden. Das hat Lenin noch vorgeschlagen. Stalin verehrt Lenin und die einzige Kritik die er wagt ist, das Lenin zu liberal ist was nationale Fragen angeht. Als Stalin Sowjettruppen in das unabhängige Georgien schickt und einen Tifliser Kommunisten mit einer Ohrfeige zu Ordnung ruft,ist Lenin empört und schreibt in seinem Testament, dass Stalin zuviel Macht hat und man über einen Weg nachdenken sollte, in abzusetzen. Er fängt an Trotzki zu fördern und bietet im zweimal den Posten des Stellvertreters an.

1923 erleidet Lenin noch einen Schlaganfall und 1924 stirbt er. Stalin geht gegen Trotzki vor und bald sind er und seine Anhänger als Linke Oppositon bekannt. Trotzki kann aus gesundheitlichen Gründen nicht am Begräbnis von Lenin teilnehmen und Stalin nutzt die Gunst der Stunde um eine Heiligenverehrung um Lenin zu starten.

Lenins Testament wird vor dem Parteitag des Zentralkomitees vorgelesen und Stalin erbleicht. Das Komitee hat aber mehr Angst vor Trotzki also vor Stalin deswegen bleibt Stalin.

Trotzki wird immer mehr zum Aussenseiter, verliert Macht und 1925 verliert er seinen Posten als Chef der Roten Armee. Inzwischen haben sich ihm früher feindlich gesinnte mit ihm zur „Vereinigten Opposition“ zusammengeschlossen, da Stalin auch anderen zu mächtig wurde. Doch Stalin geht gegen sie vor und 1926 wird Trotzki und Anhänger aus dem Politbüro ausgeschlossen. Da Trotzki bei seiner Meinung bleibt, dass Stalin der Totengräber der Revolution sei, wird er 1928 von einer von Stalin ausgewählten Delegation in die Alma-Ata verbannt. Die Anlage lautet konterrevolutionäre Aktivitäten. Da Trotzki sich weigert seine Meinung zu revidieren wird er ausgewiesen. Trotzki agitiert vom Ausland gegen Stalin und 1939 wird dessen Mord in Auftrag gegeben.

Stalin will ja die Industrialisierung die im Westen schon passiert ist innerhalb kürzerster Zeit in Russland vorantreiben.

Es kommt dann um 1927 zum Kampf mit den Bauern; da staatliche Handelsagenturen das Getreide von den Bauern kaufen und die Preise immer mehr drücken, verkaufen die Bauern ihr Getreide nicht mehr sondern verfüttern es an ihre Tiere oder handeln damit schwarz. Im Jahr 1927 ist es aufgrund schlechten Wetters zu einer geringen Ernte gekommen. Der Staat finanzierte aber mit den Getreidexporten seine Devisen und Stalin sieht seine massive Industrialisierung in Gefahr. Er erklärt nun den Kampf gegen die inneren Feinde, in diesem Fall die Bauern. Einsatzgruppen jagen Bauern und suchen nach verstecktem Getreide und es werden Kolchosen gebildet, wo Bauern gemeinsam Land bearbeiten und alles an den Staat abliefern müssen. Als die Bauern sich wehren erklärt Stalin den offen Krieg gegen die freien Bauern. Die „Kulaken“ (ländliche Ausbeuter) wurden in Kategorien eingeteilt und aufgrunddessen wurde dann entschieden ob sie vertrieben, hingerichtet oder verhaftet werden. Es kommt zur Zwangskollektivierung  (gewaltsam). Kurzzeitig gibt Stalin den protestierende Bauern nach in einem Zeitungsartikel um danach noch härter gegen sie vorzugehen. Bis Ende 1931 werden bis zu 2 Millionen Menschen deportiert. 1932 sind dreiviertel der Bauern in Kolchosen. Sie weigern sich zu arbeiten, da ihnen ja eh alles weggenommen wird und obwohl das Plansoll erhöht wird, sinkt die Produktivität. Das Regime geht wieder mit voller härte vor und sucht nach verstecktem Getreide etc. ( Der Lohn von einem Arbeiter war damals für ihn und seine Familie  200 g schlechtes Korn für einen Tag). Dann kommt der apokalyptische Winter von 1932 /33. Da sterben ganze Orte aus. Oder noch schlimmer: ein Schuhmacher stirbt weil der das Fleisch von seiner Mutter und seinem Bruder gegessen hat. Mütter bringen fremde Kinder um, um ihre Familie zu ernähren. Insgesamt kommen 5 bis 6 Millionen Menschen um. Der Westen bekommt davon gar nichts mit, weil es das Regime vertuscht. Das Regime hat es zugelassen um den Widerstand der Bauern zu brechen. 1935 erst wird den Bauern erlaubt einen Hektar für sich selbst zu bebauen, aber 98 Prozent der Bauern sind in Kolchosen. Erst 1950 werden die Bauern wieder soviel produzieren wie vor der Kollektivierung.

1929 beginnt Stalin mit dem Bau der Stadt Magnitogorsk. Ist in einer verlassenen Gegend am Südural und wurde gebaut um Eisen und Stahl abzubauen. Die Stadt ist Teil eines utopischen Fünfjahresplans von Stalin. Es werden Ingeniure und Spezialisten aus dem Ausland geholt, da ihnen das Spezialwissen fehlt. Freiwillige und Zwangsarbeiter leben in Zelten bei minus 40 Grad und sind unerfahren was Sicherheitsmaßnahmen angeht. 1932 wird der erste Hochofen in Betrieb genommen. Es stellte die grösste Stahlindustrie in Europa dar. Für Stalin führte der Weg zum Komunismus über Magnitogorsk.

1934 fängt Stalin an gegen die eigene Partei vorzugehen und lässt in Schauprozessen alle Mitglieder des Politbüros, die die Partei nach 1924 geführt haben, zum Tode verurteilen. Selbst Selbstmord ist Verrat an der Partei.

1953 erleidet Stalin im Alter von 74 Jahren einen Schlaganfall.  1919 hat er noch einmal geheiratet, doch seine Frau hat sich nach einem Streit mit ihm erschossen ( nicht sicher ob er es war). Er hatte zwei Kinder mit ihr, die sich aber als Erwachsene von ihrem Vater distanziert haben . Auch deswegen weil er sämtliche Onkel und Tanten liquidieren lies, das sie seiner Meinung nach private Details an die Amerikaner weitergegeben haben. Im selben Jahr stirbt er noch.

Ich hab versuch etwas zusammenzufassen… aber das war echt viel Information und es gibt noch mehr!!  Ich hoffe ihr kennt euch aus :-) achja und meine grammatik bitte entschuldigen, mir flimmern nur schon die augen weil ich jetzt echt lange auf den computer geschaut habe :-D

Nummer 1 ( ich komm mir blöd vor wenn ich mit nummer 1 unterschreibe :-D )

Vokabel des Tages

Oktober 11, 2009

snout – Schnauze

Vokabel des Tages

Oktober 9, 2009

monomania – an unusually strong interest in an particular idea or subject = obsession

Uniinfos…

Oktober 9, 2009

derStandard.at › Meinung › Kommentare

08.10.2009 17:59

Studieren im Dschungel-Camp
Wie die Karikatur einer Uni-Politik die Eliten subventioniert und die Unis ruiniert

Von den vielen Problemen, die die österreichischen Universitäten haben, sind die Studiengebühren das geringste – und das Finanzierungsproblem ist das größte. Trotzdem, in Verkennung der realen Arbeitssituation derer, die sich an den Unis als Studierende oder Lehrende und Forschende zurechtfinden müssen, sind ausgerechnet die Studiengebühren zum vermeintlichen Nukleus der unipolitischen Auseinandersetzung mutiert.

Dabei wird die Finanzierungsmalaise noch viel größer werden, wenn die Regierung darangehen muss (und wird), nach der schon extrem kostspieligen Akutbehandlung der Finanz- und Wirtschaftskrise die langfristige Rehabilitation der Republiksfinanzen anzugehen. Will heißen: den Abbau des riesigen Schuldenbergs, an dessen Tropf die Volkswirtschaft derzeit hängt.

Dann wird es zwei Möglichkeiten geben: Steuererhöhungen oder Einsparungen. Einsparungen im Bildungsbereich wären selbstmörderisch. Schon jetzt sind die Unis schwerstens unterfinanziert. Bleibt nur die Alternative „frisches Geld“ , das sich der Staat – na wo wohl? – bei seinen Bürgern holt. Die Frage ist bloß: bei welchen?

363 Euro Studiengebühr sind keine gravierende bildungspolitische Intervention, sondern primär ein Instrument der Einnahmengenerierung und staatlich organisierter Umverteilungspolitik von oben nach unten. Oder was sonst sollte es sein, wenn von denen, die es sich leisten können, ein Beitrag zum Studium verlangt wird, aus dem dann Stipendien für jene, die Unterstützung brauchen, finanziert werden?

Fakt ist: Der freie Hochschulzugang – ja, der rote Ahnvater Kreisky hat ihn 1972 realisiert – brachte nachweislich für eine Gruppe mehr Freiheit und die reale Chance auf ein Studium: die Frauen.Sie haben ihre Chance genutzt. Seit 1992 fangen mehr Frauen als Männer ein Studium an, zuletzt lag der Frauenanteil bei 56,9 Prozent.

Das war’s dann aber auch schon. Nach fast vier Jahrzehnten ist der freie Uni-Zugang entzaubert wie der Kaiser ohne Kleider: An der sozialen Durchmischung der Unis hat sich fast nichts geändert. Wer den sozialen Ausgleich im Hochschulbereich aktiv voranbringt, sind die Fachhochschulen: mit Studiengebühren, mit Auswahlverfahren, mit Studienplatzfinanzierung.

Wer also möchte, dass die Bildungs- und Finanzelite, die A-Schicht, an der Stätte ihrer Selbstreproduktion weiter subventioniert wird von jenen, die sozial, bildungsmäßig und finanziell „unter“ ihr rangieren, der muss weiter mit aller Macht gegen Studiengebühren kämpfen, eine kostendeckende Studienplatzfinanzierung durch den Staat verhindern und (das ist die Voraussetzung für eine ehrliche Finanzierung) klare Zugangsregeln, die zumindest einen halbwegs intelligenten Zusammenhang zwischen Studienangebot und Studierendenandrang herstellen, verteufeln – und so das Gesetz des Dschungels in den Unis fortschreiben.

Denn nicht anders können die Zustände dort beschrieben werden. Von Rahmenbedingungen für ein gutes Studium mit den nötigen Freiräumen ist in vielen Fächern nichts zu sehen. Freier Hochschulzugang heißt heute: Willkommen im Dschungel-Camp. Der Sozialdarwinismus feiert fröhliche Urständ. Nur die Harten kommen durch. Durch Massenvorlesungen, stumpfsinnige Wartezeiten, Knock-out-Prüfungen – die natürlich nicht so heißen, weil Lügen in diesem Bereich ja quasi politisch verordnet ist, und doch nichts anderes sind als Notwehraktionen der finanziell strangulierten Unis. Wer sich in den Dschungel begibt, lebt riskant.

Ist das die Freiheit, die jene meinen, die den „freien Hochschulzugang“ in der Version von 1972 so gern rhetorisch strapazieren? Nein. Es ist die ahistorische, existenzgefährdende Karikatur einer verantwortungsvollen Uni-Politik. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 9.10.2009)

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2009

„Lucy in the Sky with Diamonds“

Oktober 8, 2009

Eine Britin, die den berühmten Beatles-Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ inspiriert hat, ist im Alter von 46 Jahren gestorben. Lucy Vodden, geborene O’Donnell, erlag der Autoimmunkrankheit Lupus, wie der St. Thomas Lupus Trust gestern mitteilte. 

In Vorschule mit Julian Lennon 
Die kleine Lucy besuchte 1966 als Dreijährige die gleiche Vorschulklasse wie John Lennons Sohn Julian. Der kleine Julian zeigte seinem Vater damals ein selbst gemaltes Bild mit der Erklärung: „Das ist Lucy im Himmel mit Diamanten.“ Der Titel inspirierte dann den gleichnamigen Song auf dem legendären Album „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“. Wegen der Initialen LSD wurde er häufig als Anspielung auf Drogenkonsum verstanden. 

Julian Lennon hatte in den vergangenen Monaten wieder Kontakt zu seiner ehemaligen Mitschülerin aufgenommen, nachdem er von ihrer Lupus-Erkrankung erfahren hatte. Lupus ist eine Autoimmunerkrankung, die vor allem mit Hautrötungen und Gelenksentzündungen einhergeht.

 

Nr. 6 Lore

club gscheit´s teilnehmerliste

Oktober 7, 2009

Nach meinem gestrigen Eintrag würde ich uns ja fast als Akademie des Club Gscheit bezeichnen (so wie damals :) )

Damit der Nummernkuddelmuddel jetzt wirklich ein Ende hat…das Ganze nochmal öffentlich:

Nr  1   Paulina
Nr  2  Marlene
Nr  3  Anna
Nr  4  Ina
Nr  5  Gerli
Nr  6  Loretta
Nr 7  Kerstin ( wenn sie wollen)

Bussi

Nr 4. Ina

Der Schönheitsbegriff im Wandel der Zeit

Oktober 6, 2009

Die Frage nach der Schönheit, woher sie kommt, wer bestimmt was überhaupt schön ist und was nicht, ist ungefähr so alt wie die Menschheit selbst. Der erste bekannte Architekturtheoretiker, der sich mit dem Thema der Schönheit auseinandergesetzt hat, war Vitruv. Er hat unmittelbar vor Christi Geburt gelebt und die Baukunst in untrennbarer Verbindung mit der Durchproportioniertheit (ordinatio) des Gebäudes gesehen. Diese Durchproportioniertheit zieht sich durch viele Epochen wie zum Beispiel die Renaissance, den Klassizismus oder den Palladianismus, da sich diese Stile mit der Antike beschäftigen und diese kopieren. Die Renaissance beschäftigte sich hauptsächlich mit der „Rückkehr zur Natur“. Die Natur und der Mensch wurden damals als Maß aller Dinge angesehen, so wurde auch der Mensch als Maßstab für beispielsweise die Säulenproportion genommen.

Offensichtlich waren sich die Theoretiker dieser Zeit aber selber nicht ganz sicher wie sie es mit dem Dekor halten wollten. So ergänzt Alberti eine Abhandlung über die Schönheit, in der er feststellt, dass nichts weggenommen und nichts hinzugefügt werden dürfte, mit der Behauptung, dass eben diese Schönheit des Bauwerks durch Dekor erhöht werden könne. Auch über die Herkunft des Schönheitssinns herrschte Uneinigkeit. So haben sich die beiden Architekturtheoretiker Francois Blondel und Claude Perrault in der Zeit des Klassizismus gestritten, ob der Schönheitssinn denn nun angeboren oder gelernt ist.In den zahlreichen Akademien, die es zur besagten Zeit gegeben hat kam man zu dem Schluss, dass schön ist, was intelligenten Menschen gefällt (bleibt nur die Frage wer entscheidet wer intelligent ist und wer nicht?!).

Die Revolutionsarchitekten (Ende 18., Anfang 19. Jh) strebten, wie der Name schon sagt, einen völligen Bruch mit den bisherigen Strömungen an und entwarfen teilweise gigantische utopische Bauwerke. Diese Bauwerke folgten oft auch den Grundsätzen der so genannten „architecture parlante“, der sprechenden Architektur, die ihrer Funktion Ausdruck verleihen sollte. Die Häuser für die Reifenmacher waren demnach kreisrund, Kirchen und Schulen kreuzförmig und ebenfalls vorgesehene Bordelle hatten einen phallusförmigen Grundriss. Diese Entwürfe wurden aber nicht realisiert.

Gottfried Semper, ein Zeitgenosse der Revolutionsarchitekten, vertrat als einer der ersten den Standpunkt der Materialehrlichkeit. „ Es spreche das Material für sich und trete auf, unverhüllt, in der Gestalt in den Verhältnissen […]. Backstein erscheine als Backstein, Holz als Holz, Eisen als Eisen, ein jedes nach den ihm eigenen Gesetzen der Statik.“ Später stellte er sogar eine Formel auf, mit der er den Stil mathematisch berechenbar machen wollte (er studierte zu Beginn seiner Karriere Mathematik). Aber das würde hier zu weit führen.

Zu guter Letzt bleibt noch die Moderne, die laut Peter Eisenman durch den Fortschritt der Menschheit in vielerlei Hinsicht entstanden ist, zu erwähnen. Laut Jürgen Pahl, einem anderen Theoretiker dieser Zeit, ist die Moderne in zehn korrespondierenden Merkmalen manifestiert, wie zum Beispiel dem „Aufbruch der mentalen Dreidimensionalität“ durch die Einführung der Zeitdimension. Weiters sollte Architektur nicht mehr repräsentativ tätig sein, Oberflächen sollten ohne Dekoration auskommen und Fassaden sollten nicht mehr verkleidet werden. (man erinnere sich an Adolf Loos´ Haus am Michaelaplatz). Auch diese Entwicklungen blieben nicht lange ohne Kritik. Hans Sedlmayr spricht in seinem Buch „Verlust der Mitte“ über die „kalte Skeletthand der Moderne“, die und sie Schönheit des Lebens stehle…

Wie man aus dieser kurzen Zusammenfassung entnehmen kann, wird der „Streit“ um den Schönheitssinn und dessen Herkunft so schnell wohl kein Ende nehmen. Ich selbst habe auch keine ausgereifte Meinung zu diesem Thema. Ein kleiner Versuch: schön ist, was mir gefällt:)… allerdings haben wir dann so viele Schönheitsdefinitionen wie Menschen auf der Welt.

Mich würde jetzt sehr interessieren was Sie meinen, liebe Damen?

Beste Grüße Ina, Nr 4

Quelle: Einführung in die Architekturtheorie, Ass.Prof.D.I. Dr. Gerd Hlawka, Inis Brain:)


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