Eine Studie von der Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kaiser belegt, dass schon die Wahl eines falschen Vornamens das ganze Leben eines Kindes ruinieren kann. Denn Grundschullehrer bewerten Kevin, Justin, Chantal oder Angelina schlechter als Marie, Sarah, Lukas oder Jakob. Die Pädagogen verbinden mit den “Star”- Namen eine Herkunft aus der schwierigen Unterschicht.
Klassenzugehörigkeit verrät sich auch bei uns nicht nur durch Einkommen und Wohnort. Auch die Namen enthüllen noch viel mehr als nur Armut und Reichtum der Eltern. Wer auf einem Zeitungsfoto aus Afghanistan drei Bundeswehrsoldaten mit den Vornamen Mario, Silvio und Henry erblickt, weiß sofort, dass diese aus den neuen Bundesländern stammen. Wenn in den Polizeimeldungen von einem Schrecken verbreitenden Schlägerduo namens Artur und Eugen die Rede ist, dann Handelt es sich sehr wahrscheinlich um russlanddeutsche Spätaussiedlerkinder.
Namen haben gar keine Bedeutung, die sich definieren ließe wie etwa die des Wortes “Tisch”: ”ein Möbelstück mit einer Ablagefläche…”. So eine handfeste Bedeutung nennt man “denotativ”.
Ein Kevin aber lässt sich nicht definieren. Doch gerade weil den Namen eine denotative Bedeutung fehlt, können sie sich umso mehr aufladen mit jenen Bedeutungen, die der Linguist “konnotativ” nennt. Gemeint ist damit alles, was jenseits der Definition sonst noch so mitschwingt, wenn wir ein Wort gebrauchen. Gefühlsmäßige Einstellungen etwa. (z.B.: Ross, Pferd, Mähre; hat alles die selbe Bedeutung, aber letzteres ist verächtlich gemeint, während ersteres das Tier erhebt)
Bei den Namen kann manchmal ein einziger Buchstabe deren Konnotation entscheiden: Einer Jaqueline ohne c wird man immer eine Herkunft aus bildungsfernen Schichten unterstellen.
Also Mädels, aufpassen bei der Namensgebung unserer zukünftigen Kinder
L.
Januar 7, 2010 um 8:50 am |
ich habe dazu auch in der zeitung gelesen, dass kinder mit namen wie kevin, justin und pascal in schulen eindeutig benachteiligt werden bzw. es kinder mit “bodenständigeren” namen wie z.B. stefan, thomas, paul in der schule seitens der lehrerschaft leichter haben. letztere namen sind gesellschaftlich (zumindest im kreise der lehrer) anscheinend mit weniger negativen konnotationen behaftet.
ich frage allerdings, wie und ob sich dies wandeln wird, wo nun doch mittlerweile einige pascals und co selbst den beruf des lehrers anstreben?
Januar 10, 2010 um 1:06 pm |
also ich glaub das wird sich nicht wandeln, und hoffe es auch! zumindest solange die neuen lehrer nicht selbst kevin, pascal und janine heißen!